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Stress oder nicht Stress – eine ganzheitliche Lösung

„Bitte mal eine andere Sichtweise auf Stress.“ Gerne. Es gibt viele Fakten und noch mehr Konzepte zum Thema Stress. Da gibt es den Manager alter Schule, der seufzt „Stress ist ein künstlich erzeugter Hype, heutzutage hat angeblich jeder Stress“. Dieses Gespräch habe ich tatsächlich geführt. Da gibt es die WHO, die Stress als DEN krankmachenden Faktor im 21. Jahrhundert identifizierte. Dazwischen gibt es eine ganze Welt, die den Bogen spannt zwischen Burnout und Boreout.

Stress ganzheitlich gesehen

Was ist Stress denn nun? Hier eine ganzheitliche Betrachtungsweise als kleiner Kompass.

Körper – Wie Stress körperlich krank macht

Körperlich betrachtet ist Stress ein Ausnahmezustand, der uns kurzfristig zu Höchstleistungen befähigt. Ob es die sprichwörtliche Flucht vor dem Säbelzahntiger ist oder die legendäre Oma, die einen 20-Tonner anhebt, um den verunfallten Enkel vorm Zerquetschtwerden zu retten. Stress erlaubt dem Organismus schier Unglaubliches zu bewältigen. Dazu schießt er Cortisol und andere Stoffe in den biochemischen Kreislauf und erhöht Blutdruck, Herzfrequenz und Muskelspannung: bereit für Kampf oder Flucht.

Ein wunderbares Überlebensprogramm also. Entscheidend ist das Wort „kurzfristig“. Bleibt der Stress erhalten, schädigt dieses Programm massiv den Körper. Dann ist es als würde ich eine 700 PS-Maschine dauerhaft auf hoher Drehzahl fahren ohne sie zu warten. Der Motor wird für relativ lange Zeit leistungsfähig sein, weil unser Körper enorm lange kompensieren kann, um dann spektakulär schlappzumachen. Jeder kennt diese Geschichten von Menschen, die aus heiterem Himmel plötzlich schwer krank werden.

Geist – Wie Stress das Gehirn blockiert

Stress macht dumm. Diese Aussage stimmt nicht, wenn es sich um kurzfristigen Stress handelt. Siehe oben. Als Überlebensstrategie hat die Natur es so eingerichtet, dass Stress risikofreudig macht und die Fähigkeit fördert, schnelle Entscheidungen zu treffen. Das sind durchaus positive, kognitive Fähigkeiten. Bei anhaltender Stresssituation wird jedoch die Hirnaktivität in archaischen Bereichen des Gehirns aktiviert. Dann beherrschen primitive Emotionen wie Angst und automatisierte Reaktionen das Geschehen. In dieser lähmenden Situation fällt es wesentlich schwerer, flexibel zu denken und zu reagieren.

Nachgewiesen ist auch, dass Dauerstress neuronale Schaltkreise lahmlegt. Mit anderen Worten wird im Gehirn zurückgebaut. Gedächtnis- und Erinnerungsprobleme oder wiederkehrende Probleme ein bestimmtes Wort zu finden, können erste – und sehr alarmierende! –  Anzeichen von chronischem Stress sein.

Seele – Wie unverarbeitete Emotionen Stress verursachen

Stress ist das Etikett für den auf Dauer sehr schädlichen Zustand, die Auslöser dafür können sehr vielfältig sein. Situationen, die emotional belasten, werden als besonders stresserzeugend empfunden, weil die gefühlte Ohnmacht hinzukommt.

Beliebte emotionale Stresstrigger sind die sprichwörtliche böse Schwiegermutter, der nervige  Geschäftspartner/Kollege oder die ewig nörgelnde Ehefrau. Wie geht man mit diesen Auslösern um? Man kann menschliche Stressauslöser ja nicht einfach eliminieren. Wie wäre es stattdessen zu verstehen, was im Inneren abläuft und eine andere Reaktion zu kreieren? Zugegeben, das klappt nicht auf Anhieb. Wenn dir der Gefühlsausbruch deines Gegenübers nur noch eine hochgezogene Augenbraue und den Kommentar „interessantes Verhalten“ abnötigt, dann hast du es geschafft. Bis dahin ist es Übungssache.

Strategien raus aus dem Stress

Was ist also konkret zu tun? Hier drei kleine Vorschläge zum Starten

Körperlichen Stress lösen

Stress verändert die Biochemie. Die Biochemie steuert so ziemlich alles im Körper. Nicht nur die Muskelanspannung, Blutdruck etc. Wir können auf dem umgekehrten Weg auch den Stress abbauen. Zum Beispiel produziert das Gehirn stimmungsaufhellende Botenstoffe, wenn man mindestens 60 Sekunden lächelt. Das Hochziehen der Mundwinkel zu einem Lächeln genügt. Ausprobieren! Geht gut beim Autofahren, da guckt keiner, wenn ich dümmlich grinsend hinter dem Steuer sitze.

Mentalen Stress abbauen

Stress belastet das Denken, wir sind kognitiv nicht mehr so leistungsfähig. Im Überlebensmodus sind wir auch mental höchst angespannt. Achtsamkeit auf das, was ich jetzt gerade tue, hilft. Raus aus dem Multitasking! Wenn ich esse, dann esse ich. Wenn ich lese, dann lese ich. Wenn ich Mails beantworte, dann beantworte ich Mails. Verschaffe deinem Geist Inseln der Entspannung.

Emotionalen Stress reduzieren

Dafür gibt es ein geniales Tool, das sozusagen auf Knopfdruckt funktioniert: die Akupressur. Emotionen sind energetische Blockaden im System. Die Emotion, beispielsweise Ärger oder Zorn, signalisiert, dass die Energie im Lebermeridian gestaut ist. Klopft man nun den entsprechenden Akupressurpunkt, dann verschwindet die Emotion, weil der Energiestau aufgelöst wird. Dieser Punkt liegt übrigens auf der untersten Rippe in einer geraden Linie von der Brustwarze abwärts.

Viel Spaß mit diesen kleinen Tipps zum Einstieg. Für eine individuelle Stressanalyse offeriere ich gerne ein kostenfreies Gespräch. Die freien Termine dafür gibt es hier.

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