Krisenmüdigkeit – und wohin das alles führt

Die Krise hat uns fest im Griff.

Krise ist jetzt. Krise ist überall. Krise macht nachdenklich. Krise zwingt zum Handeln.

Niemand kann sich der Krisenbeschwörung entziehen.

Was macht das mit uns?

Mir kommt die Fabel vom Hirtenjungen in den Sinn.

Aus schierer Langeweile warnt er immer wieder mit lauten Rufen die Dorfbewohner vor dem Wolf. Als nichts geschieht, verhallen seine Rufe ohne Resonanz. Mit dem Ergebnis, dass niemand reagiert als der Wolf wirklich auftaucht und die ganze Schafherde frisst.

Lassen wir mal beiseite wie ernst die Bedrohung durch ein Virus nun wirklich ist. Diese Frage wird niemand final beantworten können.

Die Wirkung jedoch ist ähnlich. Wir werden krisenmüde. Die Gefahr nutzt sich ab.

Seit Monaten leben wir in einem Horrorszenario. Die Bedrohung hängt wie ein Damoklesschwert über uns und lässt sich weder aktiv beeinflussen noch ganz beseitigen.

Es entsteht mit der Zeit ein irrationales Gefühl wie unter einer Glasglocke.

Aus der Behandlung von Phobien kennt man das Flooding. Dabei wird der Patient solange der massive Angst erzeugenden Situation ausgesetzt, bis dieses Gefühl verschwindet. Dass es verschwindet steht außerfrage, denn der Organismus kann die massive Stressreaktion nicht dauerhaft aufrechterhalten.

Es ist wie mit der Krise. Dauerhaft kann das keiner aushalten. Wir werden krisenmüde, denn wir kommen dem unsichtbaren Gegner nicht aus. Unserer Angst geht die Luft aus.

Zurück bleibt ein Gefühl der Unwirklichkeit, des Ausgelaugtseins und der Ohnmacht.

Wie ich damit umgehe?

Ohnmacht und Passivität liegen mir nicht. Sie sind unproduktive Zustände.

Ich mag das mediale Beschwören des neuen Normal und der Welt nach Corona nicht mehr hören.

Niemand hindert mich aktiv zu werden. Handeln. So wie ich es immer gemacht habe.

Was also tue ich?

Eigenverantwortung für meine Gesundheit leben, mit aktiver Prävention für ein starkes Immunsystem.

Mentale Hygiene betreiben, weshalb ich meinen Geist mit inspirierenden Meldungen füttere.

Mich dem widmen, was im Leben wirklich wichtig ist, weshalb ich weniger arbeite.

Mich auf den Zusammenhalt in der Familie und in meinen Beziehungen konzentrieren.

Meinen Fokus auf positiven Input und aufbauende Meldungen richten.

In der Natur auftanken und in die Stille kommen.

Mich mit inspirierenden Menschen umgeben, die mir Energie bringen, statt sie zu verbrauchen.

Spaltung, negativen Schlagzeilen, Gewalt, Verunglimpfung Andersdenkender, Geringschätzung und Beeinflussung keinen Raum geben.

All das ist Freiheit. Die lebe ich. Die lass ich mir nicht nehmen. Krise hin oder her.

 

Photo by Hans M on Unsplash

 

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