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Der Anti-Stress-Nerv und 3 super-simple Übungen

Du hast Stress und willst ihn rasch loswerden? Dann stelle ich dir in diesem Artikel den Kapitän der Tiefenentspannung vor und drei Übungen, um Stress rasch auszugleichen.

Sinnvoller Stress

Stress ist ein wichtiger biologischer Regulations- und Notfallmechanismus, der die schnelle Mobilmachung von Leistungsreserven bei Gefahr ermöglicht. Er ist eingebunden in die Stress-Entspannung-Achse, die abwechselnd Sympathikus und Parasympathikus aktiviert.

Gelegentlich wird positiver und negativer Stress unterschieden. Positiver Stress ist im Grunde kein Stress, sondern eine als positiv empfundene, weil erfüllbare Herausforderung. Negativer Stress ist akuter Stress, der chronisch wurde.

Damit Stress nicht krank macht

Hier hängt die Stress-Entspannungs-Achse auf der Sympathikusseite fest. Der Sympathikus hat Atmung von Bauch- auf Flankenatmung umgestellt. Er hat die Muskulatur dauerhaft angespannt und den Blutdruck auf Dauer erhöht. Er hat die Verdauung weil für‘s Überleben irrelevant, auf Sparflamme gesetzt.

Diese Notfallsysteme fahren nun nicht mehr zurück, sondern laufen weiter und machen denn Körper krank. Entspannung ist nicht mehr so einfach, weil der Parasympathikus blockiert ist.

Der Vagus-Nerv belegt 75 % des Parasympathikus und kann hier für die nötige Entlastung sorgen. Mit seinen im ganzen Körper verteilten Nervengeflechten steuert er wichtige Organbezirke. Durch die Aktivierung des Vagus können unkontrollierte Stressreaktionen sehr schnell ausgeglichen werden.

Dazu drei sehr einfache und zeitsparende Übungen:

Singen, Summen, Brummen

Ernsthaft! Kurze Melodien mit permanenter Wiederholung aktivieren den Vagus und damit den Parasympathikus. Am besten ist das Chanting bzw. Mantrasingen geeignet. Oder du machst Geräusche wie in summender Vogel, ein brummender Bär oder eine schnurrende Katze. Entspannung ist garantiert.

Augenpressur

Diese einfache Übung beruhigt nicht nur von der Bildschirmarbeit ermüdete Augen. Die Ellbogen werden auf dem Schreibtisch aufgestützt, dabei liegen die Handflächen mit sanftem Druck auf den geschlossenen Augen. Das stimuliert über einen Nervenknoten ein Entspannungssignal.

Vagussiesta

Die ideale Zeit für diese Vagusübung ist das „Mittagstief“ um 13 Uhr. Sie sollte etwa 15 Minuten dauern und induziert Dopaminausschüttung im Gehirn.

Sitze aufrecht auf einem Stuhl möglichst in ruhiger Umgebung und vor einem hellen Fenster. Schließe die Augen und konzentriere dich auf die wechselnden Farben hinter den geschlossenen Augenlidern. Aktiviere Kehlkopfvibrationen durch sanftes Summen, Singen oder Schnurren. Fokussiere dabei auf die Ausatmung.

Viel Spaß und gute Entspannung!

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