Foto: Mädchen im Wald (Dateiname: little-kid-2552440_1920)

6 Dinge, die aus Kindern starke Erwachsene machen

Wie wird aus einem Kind eine starke, selbstbewusste Persönlichkeit? Diese Frage stellen sich alle Eltern und darum geht es in meinem heutigen Artikel. Ich selbst habe 2 Kinder, einen Jungen und ein Mädchen. Beide sind inzwischen junge Erwachsene, die selbstbewusst und zielstrebig ihr Leben in die Hand nehmen.

Das sah zu Teenagerzeiten und während der Pubertät phasenweise gar nicht danach aus. Sie haben sich ausprobiert und Grenzen ausgelotet – und damit auch mich an meine Grenzen gebracht. Es gab Zeiten, in denen sie scheinbar ziellos durch die Tage stromerten. Ich schwankte zwischen Kontrolle und Loslassen und pendelte zwischen Angst und Vertrauen.
Meine Erziehungsstrategie war recht simpel: es gab wenige Regeln, aber diese wurden strikt eingehalten. Selbst ein Kind einer rigiden, religiösen Erziehung, hatte ich wenig Lust darauf, meinen Kindern permanent meine Dominanz aufzuzwängen. Ich wusste, dass das nicht funktioniert. Stattdessen habe ich sie dazu erzogen, für sich selbst und ihre Handlungen Verantwortung zu übernehmen. Im Ergebnis finde ich, hat das gut funktioniert.

Hier meine 6 Tipps:

1. Loben, loben, loben

Du kannst dein Kind gar nicht zu viel loben! Alles was ein Mensch in den ersten sieben Lebensjahren hört und erlebt, speichert er als absoluten Fakt ab. So wird es für ihn zur unumstößlichen Gewissheit, dass er an sich glaubt, wenn er in dieser Zeit ermutigt und bestärkt wird. Und egal wie gut oder schlecht ein Ergebnis ist: es gibt immer etwas, das lobenswert ist. Da darf man ruhig kreativ sein.

2. Kinder müssen NEIN sagen dürfen

Bitte hört damit auf, vor allem die Mädchen auf „brav sein“ zu dressieren. Ich komm gleich zum Punkt: nicht wenige Missbrauchserfahrungen resultieren aus einer Erziehung, die es Mädchen (und natürlich auch Jungen) verbietet sich abzugrenzen. Dabei ist das eine wichtige Ressource für die Persönlichkeit. Unangebracht ist die Aufforderung sich von Onkel, Tante, irgendeinem Verwandten umarmen und küssen zu lassen, obwohl das Kind gar keine Lust dazu hat. Das sollte es dann auch zum Ausdruck bringen dürfen. Nur so wird es lernen, dass diese Grenze immer individuell ist und von anderen gewahrt werden muss!

3. Kinder auf Gefahren vorbereiten, statt alles Gefährliche verbieten

Zuerst Messer, Schere, Gabel, Licht. Später Sex, Drugs and Rock‘n Roll. Klassisch verbietet man Kindern alles womit sie sich verletzen können oder was weh tun könnte. Egal ob das Messer fürs Kleinkind oder der Alkohol für den Teenager: zeige deinem Kind wie die Dinge einzuschätzen sind und wie man gegebenenfalls vernünftig damit umgeht. Warte nicht damit. Erfahrungsgemäß bekommen wir Eltern erst hinterher mit, dass es schon Berührungspunkte gab.

Ganz wichtig auch hier: Ermutige dein Kind NEIN zu sagen, auch wenn alle anderen JA sagen. Wenn du Punkt 2 nicht beherzigt hast, wird dein Kind dazu neigen, sich dem Gruppenzwang zu beugen und gefährlichen Blödsinn mitmachen, weil der Wunsch dazuzugehören so stark ist.

4. Kinder brauchen Trödelzeit

Heute ist es leider üblich, dass der Tag völlig durchgetaktet ist. Kinder brauchen aber Freiräume. Sie brauchen Zeit zu trödeln, Gedanken nachzuhängen oder einfach mal unbeobachtet zu sein. Das setzt Kreativität frei. Ohne zweckfreie Zeit kann sich nichts Neues entfalten. Die weise Astrid Lindgren sagte: Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen. Sehr richtig!

5. Lehre dein Kind selbst auf sich stolz zu sein

Gerne hören wir uns sagen, dass wir stolz auf unser Kind sind und glauben, wir motivieren es dadurch. Machst du das auch? Ist das wirklich schlau? Überleg mal, was das mit diesem jungen Menschen macht: Er lernt, sich für die Anerkennung anderer Menschen anzustrengen. Das macht nicht frei, das macht abhängig. Es führt eher dazu, dass wir uns für die Liebe gewisser Menschen anstrengen müssen. Viel besser ist es, du weckst in ihm das Gefühl stolz auf sich selbst zu sein. Sich selbst wertzuschätzen für das Erreichte. Das stärkt die Selbstachtung und macht unabhängig.

6. Kinder unterstützen, dass sie Dinge hinterfragen

Fördere immer den ungetrübten Blick. Kinder gehen offen auf die Welt zu. Biete ihnen einen sicheren Rahmen, ihre Erfahrungen zu machen. Vermeide es, deine Erfahrungen weitervererben zu wollen. Unterstütze sie, indem du ihnen hilfst die richtigen Fragen zu stellen. Antworten müssen sie selbst finden. Es ist NICHT dein Job, deine Antworten zu geben. Hilf ihnen, hinter die Fassade der Dinge zu blicken. Mir fällt da die Werbung als Beispiel ein. Wir saßen oft gemeinsam vor dem Fernseher und ich hab den Kindern die Mechanismen der Werbung erklärt. Wie schlaue und kreative Leute versuchen, mit manipulativen Tricks etwas anders wirken zu lassen als es ist. Und ich hab sie aufgefordert sich ihre eigenen Gedanken zu machen und genau hinzuschauen.

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